Die IHK Bonn/Rhein-Sieg hat Lehrerinnen und Lehrer aus Schulen der Region, aber auch Berater und Bildungsbeauftragte von Stadt und Kommune zur Berufsfelderkundung zum Hennefer Fensterbauer ROLF eingeladen. Ziel war es, das Projekt SCHULEWIRTSCHAFT näher vorzustellen. Gleichzeitig nutzten die Interessierten die Gelegenheit und warfen einen Blick hinter die Kulissen des größten Fensterbauers im Rheinland.
Perspektiven aufzeigen
Für viele Schülerinnen und Schüler steht mit dem Schulabschluss eine große Entscheidung an. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Von einer Ausbildung bis zum Studium stehen den jungen Menschen viele Türen offen. Berufe, die vielleicht erst auf den zweiten Blick hochinteressant sind, werden da schnell übersehen.
Um das zu ändern, setzt sich der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT – ein gemeinsames Projekt der IHK Bonn/Rhein-Sieg und der Handwerkskammer zu Köln – dafür ein, dass Bildungsstätten mit Unternehmen aus der Region in Kontakt treten können. Kooperierende Unternehmen wie die ROLF Fensterbau GmbH unterstützen dieses Projekt, indem sie ihre Türen öffnen und Einblicke in Arbeitsfelder und Ausbildungsbereiche gewähren. Dario Thomas, zuständig für Berufsbildung und Fachkräftesicherung bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg, lobte am vergangenen Mittwoch das Engagement des Familienbetriebs ROLF. „Der Fensterbauer ist ein Leuchtturmprojekt“, so Thomas. „Gemeinsam mit Schulen und Betrieben wie ROLF wollen wir jungen Menschen Perspektiven auf dem ansässigen Ausbildungsmarkt aufzeigen.“
Individualität und Fortschritt machen den Unterschied
Die Frage brannte vielen bereits unter den Fingernägeln: Ja, was macht eigentlich ein Fensterbauer genau? Auch wenn jeder meist mehrfach am Tag mit Fenstern und Türen in Kontakt kommt, ist vielen nicht bewusst, wie aufwändig und spannend es sein kann, die Eingänge und Öffnungen zu unseren Häusern fachgerecht zu produzieren und zu montieren. „Gerade bei ROLF trauen wir uns an komplizierte Bauvorhaben ran“, betonte Frank Alefelder, Mitglied der Geschäftsführung von ROLF Fensterbau, bei seiner Firmenvorstellung. „Das Thema Weiterbildung unserer Mitarbeiter nehmen wir dabei sehr ernst.“ Das Familienunternehmen habe sich getraut, hierfür auch eigene Wege zu gehen – zum Beispiel mit der Qualifizierungsmaßnahme zum Fensterbaumonteur, die ROLF Fensterbau Ende 2016 zusammen mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg realisiert hat. Im Sommer 2018 konnten die ersten 13 Absolventen beglückwünscht werden. „Wir verbauen circa 100 Fenster pro Tag“, so Alefelder. Und trotzdem gibt es so etwas wie Routine bei ROLF nicht. Von der Planung individueller und hochwertiger Fensterlösungen über die passgenaue Produktion bis hin zur fachgerechten Montage – manchmal in schwindelerregender Höhe – betreut ROLF die anspruchsvolle Kundschaft. „Wir sind immer im direkten Kontakt zu den Kunden und oft ein Leben lang Ansprechpartner“, erklärte Alefelder den Zuhörern.
Der Blick hinter die Kulissen eines Fensterbauunternehmens
Nach den einleitenden Worten ging es auf das Firmengelände. In zwei Gruppen wurden die Besucher aus dem Bildungssektor durch die Bereiche Beratung, Produktion, Lagerung und sogar Entsorgung geführt. „Es ist unglaublich, man stellt es sich einfach nicht so groß und komplex vor“, war das Feedback vieler Teilnehmer, die zahlreiche Fragen zu Produktionsabläufen, aber vor allem zu Berufsfeldern und Ausbildungsberufen stellten.
Kommunikation auf Augenhöhe
Abschließend gewährten zwei ROLF Auszubildende den Teilnehmenden noch Einblick in ihren Ausbildungsalltag. „Der Vorteil bei einem Familienunternehmen wie ROLF ist, dass die Hierarchien sehr flach sind und auch auf Geschäftsführerebene immer ein offenes Ohr garantiert ist“, erzählt Linda Kisteneich, die im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau ist. Jannik Bastian, ebenfalls angehender Industriekaufmann, ergänzt: „Individuelle Weiterentwicklung ist bei ROLF nicht nur kein Problem, sondern wird sogar absolut befürwortet und gefördert.“ Um mehr junge Menschen an Handwerksberufe heranzuführen, besuchen die beiden als Ausbildungsbotschafter der IHK regelmäßig Schulen der Region, um den Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe von ihren Ausbildungsberufen und Erfahrungen zu erzählen. „Natürlich haben viele Schüler einen Fensterbauer als Ausbilder nicht auf ihrem Schirm“, berichtet Linda Kistenich. Bei ROLF gebe es auch kaufmännische Ausbildungsplätze oder Jobs in der Logistik. „Viele finden es gut, einfach mal mit uns über unsere Erfahrungen zu sprechen“, so die Auszubildendenbotschafterin.
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